Europa im Wandel

2009 war das 20. Jubiläum des Mauerfalls und des Falls des Eisernen Vorhangs. Zahlreiche Feiern und Veranstaltungen wurden ausgerichtet, so die symbolische Mauerreise. Dabei wurden zwanzig Mauersteine von Berlin nach Jemen, Zypern, Palästina, Korea und Israel sowie einige weitere Orte gesendet. Ebenfalls anlässlich des Jubiläums rissen zahlreiche Palästinenser ein acht Meter hohes Segment der Mauer der israelischen Sperranlage ein. In vielen Weltstädten fanden große Feiern auf den Straßen statt, in den Kirchen wurden Gottesdienste anlässlich des Jubiläums abgehalten und sogar privat feierten die Leute.

Sicher hat jeder noch die Bilder im Kopf, als die Berliner Mauer fiel und sich Tausende von Menschen in den Armen hielten. Was viele gehofft, aber nicht geglaubt haben, ist am Ende wahr geworden: Deutschland wurde wieder vereinigt und es gibt nur noch ein Volk. Dabei erklärte Erich Honecker einst, dass die Mauer auch in 50 oder 100 Jahren noch stünde. Die DDR erschien tatsächlich als stabil, obwohl sie wirtschaftlich und politisch gesehen eigentlich bereits am Ende war. Doch die Veränderungen kamen nicht von innen, sondern von außen. Die Sowjetunion steckte in der Krise und musste nun auch die Militärausgaben begrenzen, was gleichzeitig bewirken sollte, dass das Wettrüsten ein Ende hätte.

So wurde im Januar 1989 das Wiener KSZE Abkommen unterzeichnet und zwar durch die Führung in Moskau sowie durch die Verbündeten. Nun hatten alle Bürger das Recht, auszureisen und wieder nach Hause zurückkehren zu dürfen. Im Mai wurde dann der Stacheldrahtzaun zu Österreich durch die ungarischen Soldaten abgebaut. Die Menschen in der DDR warteten auf ihre Ausreise, doch die Regierung genehmigte sie nicht. Die Menschen besetzten dann im Sommer die Ständige Vertretung der BRD und die Botschaften in Warschau, Budapest und Prag. Im September bröckelte die Mauer. Doch bis zum Oktober zieht sich alles noch hin, erst dann wird Honecker gestürzt. Durch seinen Nachfolger Egon Krenz wurde die „Wende“ einberufen.


Europa 1989

Die politischen Umwälzungen waren maßgeblich für das Jahr 1989, wobei hier die so genannten Ostblockstaaten hervortaten. Der wachsende Protest aus der Bevölkerung, der Ruf nach Freiheit, bewirkte am Ende, dass es zur Wende kam, der Eiserne Vorhang fiel und auch der Mauerfall in Berlin möglich wurde. Im Mai 1989 wurden die ersten Grenzanlagen zwischen Ungarn und Österreich abgebaut, ein wichtiges Zeichen für die folgende Politik. Wirtschaftlich gesehen waren die sozialistischen Länder am Boden, dies wirkte sich natürlich auch auf die Politik aus.

Ebenfalls im Mai 1989 wurden in Polen die ersten demokratischen Wahlen für das Parlament abgehalten. Nachdem die Grenze zur Tschechoslowakei erst wieder befestigt wurde und den Menschen die Ausreise verweigert wurde, kam es dennoch am 09. November des Jahres zum Fall der Berliner Mauer und damit des Eisernen Vorhangs. Gleichzeitig wurde der Kalte Krieg beendet, was als Beendigung des „Kurzen 20. Jahrhunderts“ gesehen wird.

Im Jahr 1989 zog die Sowjetunion die Konsequenz, dass das Wettrüsten ein Ende haben müsste. Sie unterzeichnete mit ihren Verbündeten das KSZE-Abkommen in Wien. Zudem zog die SU die Truppen aus Afghanistan zurück. Damit war auch dieser Krieg, der bereits seit zehn Jahren währte, beendet. In der Bundesrepublik wurden Wahlen abgehalten. Hier ging Richard von Weizsäcker als erneuter Sieger im Kampf um das Bundespräsidentschaftsamt hervor.

Auch in Ungarn hat das Jahr 1989 seine Spuren hinterlassen. So wurde im Oktober des Jahres die Republik Ungarn ausgerufen, das war das Ende der Volksrepublik. Gleichzeitig trat eine neue Verfassung in Kraft.  Zwischen der Bundesrepublik und Schweden wurde ein Sozialabkommen geschlossen. Grundlegende Reformen traten auch in Polen im Dezember 1989 in Kraft. In der Tschechoslowakei wird ein neuer Präsident gewählt. Wirtschaftlich bedeutend war die Änderung der Ladenöffnungszeiten. Am 05. Oktober 1989 wurde der erst lange Donnerstag abgehalten. Für die weitere Änderung der Öffnungszeiten war das richtungsweisend. Eine weitere Änderung gab es im Bereich der Wirtschaft für die Bürger der DDR: Das Begrüßungsgeld wurde eingestellt.

Der Mauerfall 1989

Einst erklärte Erich Honecker, anlässlich des 40. Geburtstags der DDR, dass die Mauer noch in 50 oder 100 Jahren bestehen würde. In der Tat sah es so aus, als wäre die DDR noch stabil, vor allem die „Normalbürger“ merkten kaum etwas von der tiefen Krise, in der die DDR steckte. Doch wirtschaftlich zeichnete sich das Desaster bereits ab. Zu den Veränderungen, die zum Mauerfall führten, kam es aber von außen. Denn auch die Sowjetunion steckte in der Krise. Sie wollte das Wettrüsten beenden und die Ausgaben für das Militär beschränken. So unterzeichnete die Führung aus Moskau gemeinsam mit seinen Verbündeten im Januar 1989 das KSZE-Abkommen in Wien. Dadurch bekamen alle Bürger das Recht, aus- und wieder einreisen zu dürfen.

Am 2. Mai 1989 wurde der Stacheldrahtzaun zwischen Österreich und Ungarn abgebaut. In der DDR begannen die Demonstrationen mit der Forderung, ausreisen zu dürfen. Die Regierung bleibt jedoch hart. Zu Beginn der Sommerferien dann besetzen viele Bürger aus der DDR die deutschen Botschaften in Budapest, Prag und Warschau sowie die Ständige Vertretung der BRD in Berlin. Tausende Leute reisen nach Ungarn, denn sie wollen über Österreich in die BRD auswandern. Am 10. September öffnet Ungarn seine Grenze zu Österreich für die Bürger der DDR. Die Mauer beginnt zu bröckeln. Von der Tschechoslowakei aus dürfen DDR-Bürger nicht nach Ungarn ausreisen. Ende September wird die Botschaft der BRD in Prag besetzt.

Am 30. September lässt Honecker dann die Flüchtlinge ausreisen. Gleichzeitig wird die Grenze zur Tschechoslowakei geschlossen. Militärs verweigern Honecker jedoch die Umsetzung seiner Idee, mit Hilfe von Panzern in Leipzig die Demonstrationen zu ersticken. Am 17. Oktober wird Honecker gestürzt, sein Nachfolger ist Egon Krenz. Er kündigt die Wende an. Nun folgen Demonstrationen gegen die SED und die Forderung nach freien Wahlen sowie der Reisefreiheit. Dies zieht sich bis zum 09. November hin: Jetzt endlich fällt die Mauer.

Am 19. Oktober 1986 wird Egon Krenz durch das Zentralkomitee der SED als Nachfolger des gestürzten Erich Honecker zum Generalsekretär gewählt. Am 24. Oktober wird er dann zum Staatsratsvorsitzenden gewählt, was die Volkskammer vorgenommen hat. Für die Bürger stellt das keine Lösung dar, denn Krenz gilt als so etwas wie der Kronprinz Honeckers. Die Menschen demonstrieren weiter und fordern endlich die so dringend benötigten politischen Reformen. Am 04. November 1989 kommt es zu einer großen Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz. Mehr als 500.000 Menschen haben sich hier versammelt. Vier Tage später tritt das Politbüro zurück. Die Massenausreisen halten weiter an und die Regierung der DDR gerät immer weiter unter Druck. Am 9. November 1989 verkündet dann Günter Schabowski, ein Mitglied des Politbüros, die Erleichterungen für Privatreisende bei Reisen ins Ausland auf einer internationalen Pressekonferenz. Diese Erleichterungen sollten sofort und unverzüglich in Kraft treten. In dieser Nacht strömen Tausende Menschen an die Grenze zu West-Berlin, an der die Soldaten die Übergänge öffnen –sie haben aber keine eindeutigen Befehle dazu erhalten.

Der Machtzerfall der SED wird durch die Öffnung der Mauer beschleunigt. Reformen und den Beginn einer Vertragsgemeinschaft mit der BRD kündigt Ministerpräsident Modrow am 13. November 1989 an. Das bisherige Ministerium für Staatsicherheit wird nun zum Amt für Nationale Sicherheit. Die SED bekommt am 1. Dezember ihren Führungsanspruch gestrichen, was durch die Volkskammer beschlossen wird. Am 3. Dezember tritt Egon Krenz aufgrund des wachsenden Drucks seiner eigenen Partei zurück. Die stalinistische Vergangenheit soll als vergangen erklärt werden, was auf dem Sonderparteitag am 8. Dezember beschlossen wird. Im Dezember 1989 fordern die Demonstranten die Deutsche Einheit und es entsteht die Parole „Wir sind ein Volk!“. Doch es gibt immer noch Stimmen, die die Eigenständigkeit der DDR fordern. Sie werden aber während der Demonstrationen ausgepfiffen und ziehen sich immer weiter zurück. Das Volk will eine rasche Wiedervereinigung haben.

Günter Schabowski hält am 9. November 1989 eine Pressekonferenz im Fernsehen ab, die in die ganze Welt übertragen wird. Er liest dabei von einem Zettel ab, dass Privatreisenden die Ausreise erleichtert werden solle. So sollte jeder eine Ausreise beantragen dürfen, auch ohne zwingenden Grund, wie etwa verwandtschaftliche Verhältnisse. Die Genehmigungen zur Ausreise sollten kurzfristig erteilt werden, Visa sollten erteilt werden. Den Zettel, von dem Schabowski abliest, hat er vor der Sendung bekommen, er weiß selbst gar nicht recht, was er da liest. Auf Nachfragen antwortet er, dass das auch für Westberlin gelte und wohl auch ab sofort. Immerhin hatte er keine Kenntnis von der Sache. Die Nachricht verbreitet sich rasch und schon um 20:00 Uhr strahlt die Tagesschau die Meldung, dass die DDR die Grenze öffne, aus. Eine halbe Stunde später sind die ersten Bürger in der Bornholmer Straße zu finden. Doch der Grenzübergang bleibt für Bürger der DDR weiter geschlossen. Gegen 21:00 Uhr fordern die Menschen die Öffnung der Grenze.

Die Situation spitzt sich weiter zu, zumal die Soldaten an der Grenze keinen Befehl zur Öffnung erhalten haben. Um 22:30 Uhr ruft der Chef der Grenzsoldaten seine Vorgesetzten an und teilt ihnen mit, dass die Grenze nicht mehr zu halten sei und dass die Grenzübergangsstelle geöffnet werden müsste. Die Kontrollen würden eingestellt und die Leute durchgelassen. Nun dauert es nicht mehr lange und auch an anderen Grenzübergangsstellen werden die Tore geöffnet. Der Druck der Menge ist zu stark und die Kontrollen werden aufgegeben. Bis 00:02 Uhr zieht es sich noch hin, dann ist auch die letzte Grenzübergangsstelle geöffnet. Damit ist die Mauer gefallen und die Grenze ist endlich geöffnet. Nun wird auch die Grenze der DDR zur Bundesrepublik geöffnet. Zehntausende Menschen nutzten in dieser Nacht die Gelegenheit, sich seit dem 13. August 1961 erstmals wieder frei in der Stadt bewegen zu dürfen.

Europa 1990

Im Februar 1990 gibt das Zentralkomitee der KPdSU das Machtmonopol in der UdSSR auf. In Deutschland wird das Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“ gegründet. Im März 1990 erklärt sich Litauen für unabhängig, kurze Zeit später erklärt sich Estland zur Republik. Ebenfalls in diesem Monat wird Michail Gorbatschow zum Präsidenten der UdSSR gewählt. Zudem findet die erste freie Wahl zur Volkskammer in der DDR statt. In Ungarn werden im März die ersten freien Wahlen abgehalten und das seit mehr als vierzig Jahren.

Im April 1990 gehen die ersten privaten Lokalsender an den Start und zwar in Nordrhein-Westfalen. Radio Duisburg ist der erste Sender.  In Hardegg wird der Grenzübergang in die Tschechoslowakei geöffnet.  1990 war auch das Jahr, in dem Karl-Marx-Stadt seinen alten Namen Chemnitz wiederbekam. Hier wurde ein Volksentscheid durchgeführt, bei dem sich 76 Prozent der Menschen für Chemnitz entschieden. Die Umbenennung erfolgt dann zum 1. Juni 1990. Im Mai erklärt Lettland seine Unabhängigkeit und in Bonn beginnen die ersten Gespräche („Zwei-plus-Vier-Gespräche“), in denen es um die Wiedervereinigung der deutschen Staaten geht.

Wirtschaftlich gesehen sehr bedeutsam war in dem Jahr auch die Unterzeichnung des Vertrags zwischen den beiden deutschen Staaten zur Währungsunion. Die Deutsche Mark sollte künftig die gemeinsame Währung sein. Außerdem wurde eine Wirtschafts- und Sozialunion geschlossen. Seit Ende Mai 1990 gibt es das Kulturabkommen zwischen der BRD und Singapur, das im August 1991 in Kraft getreten ist. In der Tschechoslowakei finden die ersten freien Parlamentswahlen statt. Am 13. Juni beginnt der Abriss der Berliner Mauer. Ebenfalls im Juni wird das Schengener Abkommen von Frankreich, den Benelux-Staaten und von Deutschland unterzeichnet. Im Juli tritt das vereinigte Deutschland der NATO bei.

Im August wird der Einigungsvertrag unterzeichnet, im September folgt der Zwei-plus-Vier-Vertrag. Im Oktober erfolgt der Beitritt der DDR samt Ost-Berlin zur Bundesrepublik Deutschland, damit ist die Wiedervereinigung vollzogen. Der 3. Oktober wird zum Feiertag erklärt. 1990 wurden tiefgreifende Reformen in der Europäischen Union in Kraft gesetzt, so dass viele Neuerungen möglich waren, die bislang das wirtschaftliche Wachstum der EU verhinderten oder verzögerten.

Europa 1991

Im Jahr 1991 begann der Irak-Krieg mit den ersten Bombardements im Januar. Auch die militärische Befreiung Kuwaits begann in diesem Jahr. Im Februar wird das Visegrad-Abkommen unterzeichnet, bei dem es um die engere Kooperation zwischen Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei geht. Vergleichbar ist dieses Bündnis mit den Benelux-Staaten. Im März findet in Lettland eine Volksabstimmung statt, bei der es um die Unabhängigkeit von der Sowjetunion geht. Ebenfalls im März wird der Warschauer Pakt aufgelöst.

In Russland wird im Juni des Jahres 1991 zum ersten Mal ein Präsident gewählt, was direkt durch das Volk geschah. Boris Jelzin kommt an die Macht. Im Juni wurde auch der Vertrag über die nachbarschaftlichen Beziehungen geschlossen und zwar zwischen Deutschland und Polen. Die russischen Truppen ziehen aus Ungarn ab und der Bundestag in Deutschland beschließt, dass der Umzug von Bonn nach Berlin nötig wäre. Jugoslawien erklärt, dass es künftig von Kroatien und Slowenien unabhängig sein wird. Im Juli wurde der Warschauer Pakt aufgelöst. Schweden beantragt die Aufnahme in die Europäische Union und in Bulgarien tritt eine neue Verfassung in Kraft.

Im August erklärt Estland seine Unabhängigkeit von Russland. Unabhängig wird auch Lettland, in dem die Verfassung von 1922 nun wieder gültig ist. Moldawien und die Ukraine werden unabhängig. Deutschland nimmt im Folgenden erste diplomatische Beziehungen zu Lettland und Estland auf. Im September wird Lettland in die KSZE aufgenommen und die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit von Lettland an.  Im Oktober wird Litauen ein Mitglied der UNESCO, ebenso Estland und Lettland. In Polen finden die ersten demokratischen Wahlen statt. Im nächsten Monat wird Polen in den Europarat aufgenommen. Der KGB, der sowjetische Geheimdienst, wird aufgelöst.

Im Dezember 1991 wird die GUS gegründet, als sich die Ukraine, Weißrussland und Russland zur Auflösung der Sowjetunion entschieden haben. Gleichzeitig erreicht der Europäische Rat eine Einigung bei der Vertragsgestaltung über die Europäische Union. 1991 führt die Schweiz als erstes Land überhaupt ein System ein, bei dem Elektronikschrott recycled werden kann.

Europa 1992

Das Jahr 1992 war ein sehr bedeutsames Jahr für die Europäische Union. So wurden nach dem Ende des Eisernen Vorhangs einige weitere Integrationsschritte eingeleitet und am 07. Februar 1992 konnte der Vertrag von Maastricht unterzeichnet werden. Damit wurde die Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion beschlossen, außerdem eine engere Zusammenarbeit in punkto Außen- und Sicherheitspolitik, sowie im Bereich Justiz und Inneres. Die EWG wurde in die EG umbenannt, also in die Europäische Gemeinschaft.

Im Januar 1992 tritt das Gesetz über die weitere Verwertung und Verwendung der Stasi-Unterlagen in Kraft. Zwischen Serbien und Kroatien wird ein Waffenstillstand vereinbart. Slowenien und Deutschland nehmen vorsichtige diplomatische Beziehungen auf, ebenso zu Kroatien. Im Februar wird der Nachbarschaftsvertrag zwischen Ungarn und Deutschland geschlossen und es wird der Vertrag über die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien geschlossen.

Im März wird durch die Anrainerstaaten der Ostsee der Ostseerat gegründet. Finnland entscheidet sich zudem für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union, Norwegen beantragt die Mitgliedschaft. Kroatien, Georgien und Slowenien werden Mitglied der OSZE. Im Mai wird Bulgarien in den Europarat aufgenommen und Georgien wird Mitglied des Internationalen Währungsfonds. Slowenien wird Mitglied der Weltgesundheitsorganisation. Bosnien und Herzegowina gehören von jetzt an zu den Staaten, die Mitglied der Vereinten Nationen sind. Slowenien wird zum Mitglied der UNESCO erklärt.

Im September finden in Estland Wahlen für das Parlament und für den Präsidenten statt.  Im Dezember lehnt die Schweiz den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ab. Generell steht das Jahr 1992 ganz im Zeichen der neuen Verfassungen und Wahlen, der Beitritte zu verschiedenen internationalen Organisationen und kompletten Umbrüche des bis dato Bekannten. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie sich der Fall des Eisernen Vorhangs auf die früheren sozialistischen Staaten ausgewirkt hat. Die von den Bürgern immer gewünschten Änderungen sind gerade in dem Jahr deutlich hervorgetreten und umgesetzt worden. Innerhalb des wiedervereinigten Deutschlands gab es in dieser Zeit weniger Neuerungen.

Europa 1993

1993 war vor allem für die Europäische Union und deren Zukunft ein wichtiges Jahr. So wurde in dem Jahr der Europäische Binnenmarkt verwirklicht. Zum 1. Januar trat er in Kraft. Damit war ein Wirtschaftsraum entstanden, in dem es keine Grenzen gab und in dem der Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Güterverkehr frei war.  Ebenfalls in dem Jahr wurde der Kohäsionsfonds gegründet. Damit sollen Projekte gefördert werden, welche sich auf die Förderung von Umwelt und Integration der Verkehrsnetze Europas beziehen.

Außerdem wurde 1993 der Grundstein dafür gelegt, dass die Staaten des Ostblocks später der Europäischen Union beitreten können. Denn die bisherigen Mitgliedsstaaten legten die Beitrittskriterien fest, mit denen die wichtigsten Grundregelungen, wie Demokratie und Freiheit, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, definiert wurden und zwar als Grundwerte der Europäischen Union. Diese müssen die neuen Staaten zwingend einhalten und die gestellten Kriterien erfüllen, wenn sie Mitglied der EU werden wollen.

Im Januar 1993 entstanden zwei neue Staaten: Tschechien und die Slowakei. Sie gingen aus der ehemaligen Tschechoslowakei hervor. Zudem wurde die Slowakei Mitglied der Vereinten Nationen. Im Februar begannen die Beitrittsverhandlungen von Österreich, Schweden und Finnland zur EU, Tschechien und die Slowakei wurden Mitglieder der UNESCO. Im Mai erfolgte die Aufnahme Litauens in die Europarat, auch Estland und Slowenien werden aufgenommen. Außerdem wird in Den Haag für das frühere Jugoslawien ein Kriegsverbrechertribunal gegründet.

Im August wird zwischen Paraguay und Deutschland ein Vertrag geschlossen, in dem es um die Förderung der Kapitalanlagen geht. Dabei sollen diese nicht nur gefördert werden, sondern auch der Schutz der Geldanlagen ist ein Thema. Im Oktober wird die Verfassungskrise von Russland darin verdeutlicht, dass Präsident Boris Jelzin das Parlament beschießen lässt. Außerdem wird in diesem Monat der Vertrag von Maastricht vom Bundesverfassungsgericht angenommen, allerdings müssen seitens Deutschlands Auflagen beachtet werden. Der Vertrag tritt einen Monat später in Kraft. Im Dezember erfolgen in Russland die ersten freien Wahlen.

Europa 1994

Das Jahr 1994 war für das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland bedeutsam, denn seither unterhalten die beiden Staaten ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. Besondere Beziehungen unterhalt die Europäische Union zu einigen der angrenzenden Staaten, wobei hier insbesondere Norwegen und Liechtenstein genannt werden müssen. Diese Staaten waren Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation, kurz EFTA genannt, und gründeten gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union den Europäischen Wirtschaftsraum. Dieser basiert auf dem Europäischen Binnenmarkt und stellt eine Erweiterung desselben dar.

Im Januar 1994 wird das Europäische Wirtschaftsinstitut gegründet und die Grundlagen für den Europäischen Wirtschaftsraum werden geschaffen. Im Februar kam es in Belgien zu einer Änderung der Verfassung, als das Land zum Bundesstaat erklärt wird. In der Schweiz wird in dem Monat eine Volksinitiative durchgeführt, mit der die Alpen geschützt werden sollen. Im März erfolgt die Auflösung der Britischen Rheinarmee. Teile des Heers bleiben aber in Deutschland und tragen den Namen British Forces Germany.

Im April stellt Ungarn den Antrag auf Aufnahme in die Europäische Union und Andorra wird in den Europarat aufgenommen. Außerdem wird die Welthandelsorganisation gegründet. Im Juni entscheidet sich Österreich dazu, der Europäischen Union beizutreten, Russland und die EU unterzeichnen ein Abkommen für Partnerschaft und Kooperation. Im Juli 1994 findet in Neapel das Treffen der G7 Staaten statt, an dem erstmalig auch ein russischer Präsident – Boris Jelzin – teilnimmt.

Im August werden die letzten Truppen Russlands aus Estland abgezogen, außerdem verlassen die letzten Truppen Lettland. Auch die Westgruppe Russlands wird aus Berlin verabschiedet. Im Oktober entscheiden sich nun auch die Finnen dazu, der Europäischen Union beizutreten. In Bulgarien wird das Parlament aufgelöst.  Schweden folgt der Entscheidung für einen Beitritt zur EU im November, ein landesweites Referendum liegt dem zu Grunde. Norwegens Bevölkerung ist zum zweiten Male gegen einen Beitritt zur EU. Mit knapper Mehrheit (52,2 %) hat sich das Volk dagegen entschieden.

Europa 1995

Für Finnland, Schweden und auch für Österreich war das Jahr 1995 ein sehr bedeutsames: Sie wurden im Zuge der so genannten zweiten Norderweiterung der Europäischen Union in selbige aufgenommen. Die Regierung von Norwegen bemühte sich ebenfalls um einen Beitritt, allerdings stimmte das Volk dagegen. Die Europäische Union schloss 1995 mit Litauen das Freihandelsabkommen und in Deutschland wurde die Pflegeversicherung eingeführt. Beides geschah im Januar des Jahres.

Im März 1995 wurde das Schengener Abkommen rechtskräftig und erleichterte so den Waren- und Personenverkehr zwischen den Staaten. Im Mai unterzeichneten die Europäische Union und Lettland das Assoziationsabkommen. Im Juni verabschiedet der Bundestag in Deutschland die Entscheidung zum Bosnien-Einsatz. Am 11. Juli kam es zum in die Geschichte eingegangenen Massaker von Srebrenica, der Schutzzone der UN, die hier durch die Serben erobert wurde. Danach begann die ethnische Säuberung.

Der Juli war auch für die Weiterentwicklung der Europäischen Union sehr wichtig. Die Mitglieder der EU unterzeichneten in dem Monat das Übereinkommen über Europol. Der Kampf in Bosnien geht auch im August weiter, als die NATO mit Luftschlägen beginnt. Frankreich machte sich im September keinen guten Namen, als auf dem Mururoa-Atoll die Kernwaffentests gestartet wurden. Im gleichen Monat einigt sich Griechenland mit Mazedonien auf eine Aufhebung des Embargos.

Im Oktober stellt Lettland einen Antragauf den Beitritt in die Europäische Union. Im November erfolgt die Aufnahme der Ukraine in den Europarat und Estland stellt den Antrag auf Beitritt in die EU. Im Dezember folgt dann Litauen dem Beispiel. Das Jahr 1995 war auch wirtschaftlich gesehen ein sehr bedeutendes für Europa. So wurde die Börse von Bukarest neu gegründet. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR fand die erste Bundesgartenschau statt und zwar in Cottbus in Brandenburg. Außerdem entstand in dem Jahr die Deutsche Post AG. Sie ging aus der Deutschen Bundespost hervor, welche durch die Telekom und die Postbank AG privatisiert wurde.

Europa 1996

1996 tritt die Türkei der Zollunion bei, auch San Marino und Andorra werden Mitglieder. Die Europäische Union engagierte sich vor allem kulturell und zwar durch die Einführung verschiedener Programme, die bis 1999 andauerten. Da gab es das Programm Kaleidoskop zur Förderung kultureller und künstlersicher Aktivitäten, das Programm Ariane zur Förderung von Lesen und Übersetzung sowie des Bereichs rund um das Buch und es gab das Programm Raphael, welches sich mit der Förderung des kulturellen Erbes befasste, das wiederum eine große Bedeutung für Europa und die EU hatte.

Im Januar des Jahres 1996 fanden durch Frankreich die letzten Kernwaffentests auf dem Mururoa-Atoll statt. Im Februar wird Russland in den Europarat aufgenommen. Im März findet ein schwerer Amoklauf in Schottland statt: In Dunblane tötet ein Mann 16 Kinder der ersten Klasse und die Lehrerin, anschließend erschießt er sich selbst. Aufgrund der Skandale um britisches Rindfleisch verhängt die Europäische Union ein komplettes Einfuhrverbot dafür. Im April entscheidet das Bundesverfassungsgericht in Deutschland, dass die Enteignungen des Grundbesitzes, wie sie zwischen 1945 und 1949 durch die Sowjetmacht durchgeführt wurden, nicht wieder rückgängig zu machen sind. Ebenfalls im April wird Andorra ein Mitglied der OSZE. Im November 1996 wird Kroatien zum Mitglied des Europarats erklärt und Polen wird Mitglied der OECD.

Eine Neuerung aus der Wirtschaft gibt es im November 1996 zu vermelden: in Unternehmen, die mehr als tausend Menschen beschäftigen, können Arbeitnehmervertretungen gegründet werden. Das gilt für die Firmen, die innerhalb der Europäischen Union tätig sind. Ebenfalls im November findet die bis dato größte Firmenfusion statt: Die Konzerne Sandoz und Ciba-Geigy schließen sich zu Novartis zusammen. Im Dezember tritt Bulgarien dann der Welthandelsorganisation WTO bei und es findet ein OSZE Gipfel in Portugal statt. Insgesamt ist die Europäische Union auf dem besten Weg, eine Stabilität der Länder zu erreichen. Die Zahl der Mitgliedsstaaten ist gewachsen und wirtschaftlich und politisch gesehen ist alles stabil.

Europa 1997

Im Januar des Jahres 1997 wird Andorra als neues Mitglied in der Weltgesundheitsorganisation bestätigt. In Prag wird eine Erklärung zwischen Deutschland und Tschechien unterzeichnet, in der es um die Beziehungen der Staaten zueinander und um die zukünftige Entwicklung beider geht.  Im Februar stellt Bulgarien einen Antrag auf Aufnahme als volles Mitglied in die NATO. Im März kommt es in Albanien zu schweren Unruhen, woraufhin durch die Bundeswehr eine Maßnahme zur Evakuierung der Bevölkerung gestartet wird. Im April wird eine internationale Schutztruppe nach Albanien entsendet. Die „Berliner Rede“ wird von Roman Herzog gehalten und dieser fordert, dass auch nach der Wende ein „Ruck“ durch Deutschland gehen müsse.

Im Mai unterzeichnen die Ukraine und Polen eine Erklärung zur Versöhnung der beiden Staaten. In Paris erfolgt die Unterzeichnung der so genannten „NATO-Russland-Grundakte“. Im Juli wird Großbritannien wieder als Mitglied in die UNESCO aufgenommen. Außerdem wird die Charta zwischen der NATO und der Ukraine geschlossen. Im September wird in Tallin in Estland das erste Deutsche Gymnasium eröffnet.  Im Oktober tritt in Polen die neue Verfassung in Kraft. Im Dezember wird die in London stattfindende Konferenz über das Nazigold beendet. In alliierter Verwaltung befinden sich derzeit noch rund 5,5 Tonnen des Goldes der Nazis. Die Rückgabe dieses Goldes an die durch den Holocaust Geschädigten findet aber keine breite Unterstützung.

1997 ist das Jahr, in dem das Klonschaf Dolly der Öffentlichkeit präsentiert wird. Außerdem wird im September die Zeppelin-Luftschifffahrt neu belebt, als der erste Zeppelin startet. Zwischen Deutschland und der Slowakei sowie zwischen Deutschland und Polen wird das Kulturabkommen unterzeichnet. Gerade durch die zahlreichen Kulturabkommen wird deutlich, wie positiv sich der Fall des Eisernen Vorhangs auf die Gesellschaft und die persönliche Bildung und Entwicklung der Menschen auswirkt.

Europa 1998

Im Januar des Jahres 1998 tritt ein Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mazedonien in Kraft. Im Februar erfolgt in Bayern in Deutschland ein Volksentscheid zur Textpassage in der Landesverfassung des Bundeslandes, in der es um die Todesstrafe geht. Nach dem Entscheid wird dieser Passus gestrichen. Außerdem eskaliert in dem Monat die Situation im Kosovo. Im März schließen die Europäische Union und Tunesien ein Kooperationsabkommen und es wird ein Abkommen zwischen der Ukraine und Deutschland getroffen. Ebenfalls im März begannen die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Estland über einen Beitritt des Landes zur EU.

Im April wird ein Friedensabkommen zwischen Großbritannien und der IRA beschlossen und die Rote Armee Fraktion wird aufgelöst. Außerdem kommt es in Nordirland zum Friedensabkommen, dem so genannten Karfreitagsabkommen. Im Juni wird eine Kooperation zwischen der Europäischen Union und Bahrain geschlossen. In Nordirland werden Wahlen abgehalten. Dänemark verabschiedet ein verschärftes Ausländergesetz. Außerdem wird die Europäische Zentralbank gegründet, die aus dem Europäischen Währungsinstitut hervorgeht. Im Juli beschließen Armenien und Deutschland, zukünftig in finanziellen Dingen zusammenzuarbeiten. Im August muss Russland den Staatsbankrott erklären.

Im September finden Wahlen in Deutschland statt und die Ära Kohl geht zu Ende. Gerhard Schröder wird im Oktober als neuer Bundeskanzler gewählt. Im November beginnen die Verhandlungen zwischen Ungarn und der Europäischen Union über einen Beitritt Ungarns in das Staatenbündnis. In Irland hält Tony Blair, Premierminister von Großbritannien, eine Rede als erster Premierminister, der vor dem irischen Parlament spricht. In Albanien wird im Dezember die erste Verfassung auf demokratischer Basis verabschiedet. In Bulgarien wird die Todesstrafe abgeschafft.

Europa 1999

Seit dem 1. Januar des Jahres 1999 ist die Europäische Zentralbank, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, für die Geldpolitik in allen Ländern, die zur Europäischen Union gerechnet werden, zuständig. Man einigte sich auf den Euro als gemeinsames Zahlungsmittel und als Währung in allen Ländern, die der EU angehören. Ab 1999 galt die Währung erst einmal nur für die Geschäfts- und Zentralbanken, ab 2002 dann als Zahlungsmittel für jedermann. Im Januar des Jahres 1999 tritt auch Finnland der Währungsunion bei.

1999 wurde der Bologna-Prozess eingeleitet. Der Beschluss zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums wurde von 29 Bildungsministern aus der EU gefasst. Seit 1999 gibt es die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz, die eine Abteilung der Europäische Kommission ist. Sie wurde nach den Problemen mit der Rinderseuche BSE in Großbritannien und deren Ausbreitung in andere Staaten eingerichtet. Im Februar des Jahres können sich die Regierungen von Mazedonien und Bulgarien im Streit um die Sprache einigen. Es wird eine gemeinsame Erklärung verfasst und unterzeichnet.

Im März treten Polen, Ungarn und Tschechien der NATO bei. Gegen einige Mitglieder der Europäischen Kommission werde Vorwürfe wegen Korruption erhoben. Sie treten von ihrem Amt zurück. Ebenfalls im März beteiligt sich die Bundeswehr das erste Mal mit Tornado-Flugzeugen bei Angriffen in Jugoslawien. Im Juni stellt die NATO die Angriffe ein. Außerdem marschieren die ersten Truppen der NATO im Kosovo ein. Im September wird deutlich, dass das Parlament der Schweiz die Annäherung an die Europäische Union weiterhin unterstützt.

Im Dezember wird Nordirland seine Autonomie wieder zugesprochen und das nach 27 Jahren, in denen das Land unter britischer Herrschaft stand. Ebenfalls im Dezember wird in Albanien die Todesstrafe als verfassungswidrig erklärt. Der Europarat beschließt, dass erste Aufnahmegespräche mit Bulgarien über dessen möglichen Beitritt in die Europäische Union begonnen werden. Auch die Türkei stellt einen Antrag auf Aufnahme in die EU.

Europa 2000

Seit dem 1. Januar des Jahres 1999 ist die Europäische Zentralbank, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, für die Geldpolitik in allen Ländern, die zur Europäischen Union gerechnet werden, zuständig. Man einigte sich auf den Euro als gemeinsames Zahlungsmittel und als Währung in allen Ländern, die der EU angehören. Ab 1999 galt die Währung erst einmal nur für die Geschäfts- und Zentralbanken, ab 2002 dann als Zahlungsmittel für jedermann. Im Januar des Jahres 1999 tritt auch Finnland der Währungsunion bei.

1999 wurde der Bologna-Prozess eingeleitet. Der Beschluss zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums wurde von 29 Bildungsministern aus der EU gefasst. Seit 1999 gibt es die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz, die eine Abteilung der Europäische Kommission ist. Sie wurde nach den Problemen mit der Rinderseuche BSE in Großbritannien und deren Ausbreitung in andere Staaten eingerichtet. Im Februar des Jahres können sich die Regierungen von Mazedonien und Bulgarien im Streit um die Sprache einigen. Es wird eine gemeinsame Erklärung verfasst und unterzeichnet.

Im März treten Polen, Ungarn und Tschechien der NATO bei. Gegen einige Mitglieder der Europäischen Kommission werde Vorwürfe wegen Korruption erhoben. Sie treten von ihrem Amt zurück. Ebenfalls im März beteiligt sich die Bundeswehr das erste Mal mit Tornado-Flugzeugen bei Angriffen in Jugoslawien. Im Juni stellt die NATO die Angriffe ein. Außerdem marschieren die ersten Truppen der NATO im Kosovo ein. Im September wird deutlich, dass das Parlament der Schweiz die Annäherung an die Europäische Union weiterhin unterstützt.

Im Dezember wird Nordirland seine Autonomie wieder zugesprochen und das nach 27 Jahren, in denen das Land unter britischer Herrschaft stand. Ebenfalls im Dezember wird in Albanien die Todesstrafe als verfassungswidrig erklärt. Der Europarat beschließt, dass erste Aufnahmegespräche mit Bulgarien über dessen möglichen Beitritt in die Europäische Union begonnen werden. Auch die Türkei stellt einen Antrag auf Aufnahme in die EU.

2000 – Milleniumjahr. Viele Menschen hatten Angst vor Computerpannen und Börsencrashs, weil die Umstellung von 1999 auf 2000 wohl nicht so einfach wäre. Doch die Computer und Börsen blieben stabil und hatten keinen unnatürlichen Einfluss auf Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft.

Die Agenda 2000 wurde gefasst, ein umfangreiches Programm mit Aktionen und Reformen, die die gemeinsame Politik der Mitgliedsländer der Europäischen Union betrieben. Die Agenda 2000 wurde durch den Europäischen Rat verabschiedet.

Wichtig im Jahr 2000 ist auch das Cotonou-Abkommen, welchen mit insgesamt 77 Staaten geschlossen wurde. Dieses Abkommen verpflichtete die Partnerländer dazu, rechtsstaatliche und demokratische Grundsätze einzuhalten. In der Schweiz wird im Januar 2000 die neue Verfassung rechtsgültig. Im Februar werden die Verhandlungen für einen Beitritt Lettlands zur Europäischen Union begonnen. Auch die Slowakei startet mit den Verhandlungen. Im März wird in Griechenland das Schengen-Abkommen eingeführt und angewendet. Im Mai wird Kroatien zu einem Mitglied des NATO-Programms „Partnership for Peace“.

Für die Wirtschaft wichtig ist der Juli, als die Öresundverbindung eröffnet wird. Diese ist 16 Kilometer lang und führt von Kopenhagen aus nach Malmö. Im September finden vorgezogene Wahlen auf das Präsendentschaftsamt in Jugoslawien statt. Ebenfalls im September lehnen die Dänen die Einführung des Euros bei einer Volksabstimmung ab. Der Bundesrat ist nach Berlin umgezogen und hält im September seine erste Sitzung hier ab. Im Dezember finden die ersten Verhandlungen auf einen Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union statt. Serbien und Montenegro treten im Dezember der UNESCO bei.

Europa 2001

2001 wird der Vertrag von Nizza geschlossen. Dieser stellt eine Überarbeitung alter Vertragswerke der Europäischen Union dar. Die einzelnen Institutionen sollen in der Lage sein, jetzt besser zusammenzuarbeiten.  Ebenfalls 2001 findet der Gipfel von Laeken statt. Hier kommen die Regierungs- und Staatschefs der Europäischen Union zusammen um den Europäischen Konvent einzuberufen. Dabei soll eine neuer Grundvertrag erarbeitet werden, mit deren Hilfe die Entscheidungen und die zugehörigen Verfahren der EU demokratischer und zugleich auch effizienter werden sollen.

Im Januar tritt Griechenland der Währungs- und Wirtschaftsunion der Europäischen Union bei und ist nun der zwölfte Staat, in dem der Euro gilt. Noch gilt er nur als Buchgeld. Ebenfalls im Januar gibt es eine entscheidende Neuerung bei der deutschen Bundeswehr: Jetzt werden auch Frauen an der Waffe ausgebildet. Im Mai 2001 wird Silvio Berlusconi Regierungschef in Italien, als auch das Parlament neu gewählt wird. Im Juni bekommt Rumänien einen Status als Beobachter in der OECD zugesprochen. Jugoslawien liefert den ehemaligen Präsidenten Milosevic an den Internationalen Gerichtshof aus.

Im September erschüttern die Anschläge auf das World Trade Center und auf das Pentagon die ganze Welt. Auch in Europa sind die Menschen schockiert und das öffentliche Leben ist für einige Tage stark eingeschränkt.  Im Oktober werden Serbien und Montenegro Mitglied im Internationalen Währungsfonds. Außerdem wird ein Abkommen zur Stabilisierung und Assoziierung zwischen der Europäischen Union und Kroatien unterzeichnet.

Im Dezember werden in Frankreich so genannte Starterkits ausgegeben, die auf die Einführung des Euro einstimmen sollen. Wenige Tage später erfolgt die Ausgabe der Starterkits auch in Deutschland. Der Grundwehrdienst in Deutschland wird auf neun Monate verkürzt. In Lettland wird die Beobachtung durch die OSZE als für beendet erklärt. Außerdem gründet sich in Berlin Ver.di, die Gewerkschaft für Angestellte in Verwaltung und Dienstleistung.

Europa 2002

Am 1. Januar des Jahres 2002 wird der Euro als die einheitliche Währung in den Ländern der Europäischen Union eingeführt. Genauer gesagt sind es bis dato zwölf Länder, in denen der Euro eingeführt wird. Außerdem wird er von nun an in Andorra, in Montenegro, Monaco, dem Vatikan und in San Marino für den Geldverkehr eingesetzt. Zuvor war der Euro schon als Zahlungsmittel innerhalb der Banken bekannt. Allerdings wird der Euro nicht von allen Bürgern gleichermaßen gut angenommen, viele befürchten eine enorme Verteuerung der Waren und Dienstleistungen. Dies wurde im Laufe der Jahre auch schleichend umgesetzt, was Befürworter des Euro aber immer noch negieren.

Im Februar wird Deutschland die führende Rolle zugesprochen, als es um den Aufbau der neuen afghanischen Polizei geht. Ebenfalls zu diesem Datum wird eingeführt, dass die Bürger, die nach Rumänien reisen möchten, kein Visum mehr benötigen. Zwischen der Europäischen Union und der Schweiz wird ein bilaterales Abkommen getroffen. In der Schweiz wird im März eine Volksabstimmung darüber geführt, ob die Zugehörigkeit zu den Vereinten Nationen gewünscht wird oder nicht.

Die Ereignisse im Jahr 1995 in Srebrenica führen dazu, dass im April 2002 die niederländische Regierung zurücktritt und zwar nur einen Monat, bevor die Wahlen durchgeführt werden. Ebenfalls im April unterzeichnen Deutschland und Algerien ein Abkommen darüber, dass zukünftig eine technische Zusammenarbeit besser möglich sein und ausgebaut werden soll.

Im September wird in Bukarest die rumänisch-deutsche Handelskammer eröffnet und die Schweiz tritt den Vereinten Nationen bei. In Lettland entscheiden sich bei einer Umfrage über 65 Prozent aller wahlberechtigten Bürger für einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union. Im November verhandelt die NATO über neue Aufnahmen. Dazu wird auch Estland eingeladen. Im Dezember findet in Kopenhagen der große Gipfel der Europäischen Union statt. Hier wird die Aufnahme von zehn weiteren Staaten beschlossen. Dies soll zum 1. Mai 2004 geschehen und wird unter dem Stichwort Osterweiterung zusammengefasst.

Europa 2003

Seit dem 1. Januar des Jahres 2003 werden Deutschland und Angola dem UN-Sicherheitsrat zugerechnet, allerdings nur für zwei Jahre und mit dem Status der nicht-ständigen Mitgliedschaft. Im Februar darf Deutschland im Weltsicherheitsrat den Vorsitz übernehmen. Ebenfalls im Februar werden durch Johannes Rau, den Bundespräsidenten, und durch Wladimir Putin, den russischen Präsidenten, die russisch-deutschen Kulturtage eröffnet. Sie werden in Berlin abgehalten. Außerdem übernehmen die Niederland und Deutschland die Position der obersten Anführer der ISAF in Afghanistan. In Athen wird durch Kroatien der Antrag auf den Beitritt in die Europäische Union gestellt.

Im März wird zwischen dem Libanon und der Europäischen Union ein Handelsabkommen geschlossen. Außerdem wird im März die Verfassung in Frankreich geändert. Hauptsächlich geht es um eine so genannte Dezentralisierung. Es wird in Slowenien eine Volksabstimmung für den Beitritt in die EU durchgeführt. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung stimmen dafür. Im April können Malta und Estland den Vertrag über die Mitgliedschaft in der Europäischen Union unterzeichnen. Dies geschieht in Griechenlands Hauptstadt Athen. Im April findet auch der bis heute unter dem Namen bekannte Pralinengipfel statt. Dieser wird in Brüssel ausgerichtet und Belgien, Frankreich, Deutschland und Luxemburg unterzeichnen eine Erklärung zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa.

Im Mai findet ein Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Japan in Athen statt. Im Juni stimmt das Volk in Polen über den Beitritt zur EU ab, rund 77 Prozent stimmen dafür.  Im September stimmen die Menschen in Estland über den Beitritt zur Europäischen Union ab. Im Dezember wird ein Abkommen zwischen Deutschland und Russland unterzeichnet, in dem es um die Erleichterungen für Reisende geht.  In punkto Reisen gab es in dem Jahr noch eine Neuigkeit: Air France und British Airways erklärten im April des Jahres 2003, dass die Concorde nicht mehr fliegen wird. Der Betrieb sollte noch Mitte des Jahres eingestellt werden. Der letzte Flug einer Concorde war daher auch ein großes Ereignis.

Europa 2004

Im Januar des Jahres 2004 bekommt Irland ein Präsidentenamt übertragen: Das Land löst Italien von der Präsidentschaft ab, die es im Europäischen Rat innehatte. Im Februar wird in Frankreich eine Entscheidung in der Nationalversammlung getroffen, die unter der Bezeichnung Laizismusgesetz bekannt wurde: Von nun an dürfen in Schulen während des Unterrichts keine religiösen Symbole mehr getragen werden, sofern diese besonders auffällig sind. Im März stellt Mazedonien einen Antrag auf den Beitritt in die Europäische Union und in die NATO. Neue Mitglieder der NATO werden in dem Monat Litauen, Estland, Lettland, Slowenien, Slowakei, Bulgarien und Rumänien.

Zum 1. Mai 2004 bekommt die Europäische Union zehn neue Mitglieder, was im Rahmen der EU-Osterweiterung geschah. Im Einzelnen sind das Litauen, Estland, Lettland, Slowenien, Slowakei, Malta, Polen, Ungarn, Tschechei sowie die Republik Zypern. Ab sofort gilt daher auch in Polen, dass bei Investitionen das Recht der EU angewendet werden muss. Im Mai ändert die Türkei ihre Verfassung, damit sie sich den Erfordernissen einer Mitgliedschaft in der EU annähern kann. Estland wird in die NATO aufgenommen. Im Juli wird die Wehrpflicht in Italien für beendet erklärt.

Im August ist der Bundeskanzler Schröder der erste deutsche Kanzler, der an den Feierlichkeiten zum Gedenken an den Aufstand von Warschau als Ehrengast teilnimmt. Im November erscheint Eurostat, das Amt für Statistik in der Europäischen Union, im schlechten Licht. Der Grund dafür sind die geschönten Defizitzahlen, die Griechenland bei seinem Beitritt zum Euro vorgelegt hatte. Angenommen wird, dass auch die Zahlen Italiens manipuliert wurden. Zum 31. Dezember des Jahres 2004 wird der erste Block in Ignalina, einem Kernkraftwerk in Litauen, abgeschaltet. Die meisten Kosten für die Stilllegung wird die Europäische Union übernehmen.

Europa 2005

Das Jahr 2005 war das Europäische Jahr der politischen Bildung und das Jahr der Physik, des Sports, des Sportunterrichts, der Kleinstkredite sowie das Festjahr in Österreich. Hier wurde die 60jährige Dauer der Unabhängigkeit gefeiert. So lange war die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich schon her. Im Januar bekommt Luxemburg die Präsidentschaft im Europäischen Rat übertragen. Im Januar stellt das Bundesverfassungsgericht in Deutschland fest, dass die Erhebung von Studiengebühren durchaus rechtens sei, denn ein Verbot würde in die Bildungsangelegenheiten, die Sache der Länder seien, eingreifen.

Im April 2005 stirbt Papst Johannes Paul II. Im Mai stimmen die Bürger Frankreichs gegen die Verfassung der Europäischen Union und bringen damit Frankreich an den Rand einer politischen Krise. Eine Umbildung der Regierung wird durch Chirac angekündigt. Im Juni folgen die Niederländer den Franzosen und stimmen ebenfalls gegen die Verfassung der Europäischen Union. Im Juli stellt Bundeskanzler Schröder die Vertrauensfrage und verliert. Dieses Ergebnis wurde nicht anders erwartet. Horst Köhler, der Bundespräsident, löst daraufhin den Bundestag auf.

Im September erfolgt daraufhin die vorgezogene Wahl zum Bundestag. Im Oktober wird die Bildung der großen Koalition bekannt gegeben. Angela Merkel wird zur Bundeskanzelerin vorgeschlagen, die Wahl erfolgt im November. In Frankreich kommt es zu Unruhen, bei denen zwei Jugendliche sterben. Diese werden im November weiter ausgeweitet und es kommt in den Vororten von Paris zu Ausschreitungen. Aufgrund der Unruhen wird der Notstand über Paris verhängt.

2005 findet in der Türkei eine Währungsreform statt, die neue Währung heißt Neue Türkische Lira. Auf Deutschland bezogen war das Jahr 2005 ein Jahr des Stellenabbaus. Viele große Konzerne gaben den Abbau von Stellen bekannt, wenn auch über einen langen Zeitraum von teilweise bis zu fünf Jahren, wie bei der Berliner Charite. Ebenfalls 2005 wird die Svinesundbrücke eingeweiht, die zwischen Schweden und Norwegen genutzt werden kann. Wichtig für Großbritannienfans: Im Dezember rollte der letzte Doppeldeckerbus durch die Straßen Londons. Sie prägen das Stadtbild nun nicht mehr.

Europa 2006

Im Januar 2006 bekommt Österreich den Vorsitz im Europäischen Rat zugesprochen, nachdem diesen zuvor Großbritannien innehatte. Im Februar wird das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und Albanien von beiden Seiten unterschrieben. Im März kommt es zu wachsenden Unruhen unter den Studenten. Die Sorbonne wird besetzt. Grund für die Unruhen ist ein Gesetzesentwurf, der die Kündigungsfristen ändern soll. Angestellten unter 26 Jahren soll ohne Vorwarnung und ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden können.

Zum 19. Mai wird in Deutschland die Mehrwertsteuer angehoben, außerdem erhöht sich die Versicherungssteuer. Ebenfalls im Mai gibt es eine Abstimmung zur Unabhängigkeit von Montenegro. Rund 55 Prozent stimmen dafür. In Berlin wird der neue Hauptbahnhof eingeweiht. Im Juni erklärt Montenegro, dass der Staatenbund mit Serbien nicht mehr gültig und das Land unabhängig sei. Auch Serbien erklärt seine Unabhängigkeit. Italien beginnt mit dem Abzug der Truppen, die bislang noch im Irak stationiert waren. Die Europäische Union will die Stammzellenforschung fördern. Das Bundesverfassungsgericht regelt, dass auch Kinder religiöser Eltern schulpflichtig sind. Montenegro tritt der UNO bei.

Im Oktober findet in Serbien eine Abstimmung zur neuen Verfassung statt, der die Mehrzahl der Bevölkerung zustimmt. Im Dezember werden die Verhandlungen mit der Türkei auf einen Beitritt zur Europäischen Union für eine Zeitlang ausgesetzt. Das US-Unternehmen Microsoft muss im Jahr 2006 rund 280.5 Millionen Euro Bußgeld berappen, was durch die Europäische Union verhängt wurde.

2006 ist das Mozartjahr und finden in Deutschland und in Österreich zahlreiche Veranstaltungen dazu statt. In Paris wird das Musée du quai Branly eröffnet. Hier wird nichteuropäische Kunst ausgestellt. Seit 2003 findet in Berlin wieder eine Loveparade statt. Der Heinz-Cüppers-Preis wird zum ersten Mal verliehen.

Europa 2007

Im Jahr 2007 ist es an Deutschland, den Vorsitz im Europäischen Rat für ein halbes Jahr zu übernehmen. Außerdem bekommt das Land die Präsidentschaft der G8 zugesprochen. Im Januar werden Rumänien und Bulgarien als feste Mitglieder in die Europäische Union aufgenommen. In Slowenien wird der Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Im Februar wird in Deutschland die Pflicht zur Krankenversicherung eingeführt. Jeder muss jetzt aufgenommen werden. Auch die privaten Krankenversicherungen müssen eine Reform über sich ergehen lassen. Durch das Bundesverfassungsgericht wird die Pressefreiheit gestärkt. Im März gibt es seitens der Europäischen Union eine verbindliche Erklärung zur Vermeidung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Das Programm läuft bis 2020. In Deutschland wird die Rente mit 67 beschlossen. Die Veranstaltungen zum Gedenken an die Römischen Verträge beginnen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wird eine gemeinsame Erklärung der Mitglieder der EU in Berlin unterzeichnet.

Im Juni wird der G8-Gipfel, welcher in Heiligendamm stattfand, beendet. Der Europäische Rat beschließt die Grundzüge, die für den Grundlagenvertrag der Europäischen Union wichtig sind. Im Juli geht der Vorsitz des Europäischen Rates an Portugal über. In Lissabon einigt man sich auf den Vertrag von Lissabon durch die Unterzeichnung einer Erklärung der Staatschefs der Europäischen Union. Im Dezember wird in Lissabon der Afrika-Gipfel der Europäischen Union für zwei Tage abgehalten. Außerdem wird die Charta für Grundrechte in der EU proklamiert. Der Vertrag von Lissabon wird geschlossen und soll zum Ende des Jahres 2009 in Kraft treten. Außerdem werden im Dezember neue Mitglieder in das Schengener Abkommen aufgenommen. Das sind im Einzelnen Estland, Litauen, Lettland, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Polen, Malta und Slowenien. Für diese Länder gelten ab jetzt Erleichterungen bei der Einreise. So entfällt die Visumspflicht für Urlauber.

Europa 2009

2009 steht ganz im Zeichen des Jubiläums des Mauerfalls 1989. Im Jahr des Mauerfall-Jubiläums waren die Augen der ganzen Welt auf Berlin gerichtet, als dort die Feierlichkeiten zu diesem Anlass ausgerichtet werden. Überall auf der Welt wird der Mauerfall gefeiert, doch die größten Feste finden natürlich innerhalb des Landes statt. Gäste der Feierlichkeiten in Berlin waren zum Beispiel die US-Außenministerin Hillary Clinton, der spätere Staatspräsident von Polen Lech Walesa, Nicolas Sarkozy, das französische Staatsoberhaupt, sowie der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Kanzlerin Merkel führte die Gäste entlang der wichtigen Straßen und Grenzübergänge, die Geschichte schrieben. Den Höhepunkt der Festlichkeiten stellte das „Fest der Freiheit“ dar, welches in Berlin am Brandenburger Tor stattfand. Nicht nur die Wende innerhalb Deutschlands wurde im November 2009 gefeiert, sondern auch der Fall des Eisernen Vorhangs. Dennoch wurde deutlich gemacht, dass die Einheit noch immer nicht vollständig vollzogen sei, denn die Unterschiede zwischen Ost und West seien immer noch sehr groß. Mehr als 3000 Journalisten berichteten von den Feiern in die ganze Welt.

Tschechien übernimmt für sechs Monate die Präsidentschaft im Europäischen Rat und die Slowakei den Euro als offizielles Zahlungsmittel. Im April werden Kroatien und Albanien neue Mitglieder der NATO und Albanien beantragt die Aufnahme in die Europäische Union. Im Juli ist es an Schweden, für ein halbes Jahr den Vorsitz im Europäischen Rat zu übernehmen. In dem gleichen Monat beantragt Island die Aufnahme in die Europäische Union. Im Dezember wird die Charta der Grundrechte, die für die Länder der Europäischen Union gelten sollen, für alle verbindlich. Für alle, außer Tschechien, Großbritannien und Polen. Auch der Vertrag von Lissabon wird nun umgesetzt. Ebenfalls im Dezember stellt Serbien einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU und in Kopenhagen findet die Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt.